Mittwoch, 13. Dezember 2017

Weihnachtsferien


mache ich heuer ab dem 16. Dezember bis 7. Januar.

Ich wünsche eine gute Zeit, schönen Pulverschnee und günstige Winde zum Jahreswechsel!

'Astrophyllit' auf ebay


Das Gestein, mit dem ich meine Wasser bereite (durch einfaches Drüberlaufenlassen in feinem Strahl) gibts derzeit –in gerade noch praktikabler Grösse– in der Bucht.

Inklusive Schreibfehler:
"Astrophyllit regt ... die Wassereruption im Dickdarm an." 
(Schei... aber auch. Was so ein Dickdarm alles können soll!)

Im übrigen halte ich diese Obelisken schon vom Preis her für ein Anthophyllit- Gestein, wie meinen Stab auch, den ich direkt mit einer Astrophyllit- Probe vergleichen konnte.

Astrophyllit ist selten und wäre in diesen Grössen leicht 10 mal teurer. Und es hat Mohshärte 3, ist also bereits mit dem Fingernagel zu ritzen. Der Anthophyllit (-anteil) hat eine Härte von 5,5 bis 6, lässt sich also mit einem Apatit (Mohshärte 5) nicht ritzen. 
Auch kanns gut sein, dass auch diese Teile mit Wachs o. ä. aufpoliert wurden. So wars bei meinem Stab, den ich vor Inbetriebnahme mit viel heissem Wasser und ausgiebigem Abreiben mit Mikrofasertüchern vom Poliermittelglanz befreit habe.

Sicherheitshalber weise ich auch darauf hin, dass ich mit der gängigen Steinheilkunde nicht befasst bin und keine Ahnung von den zum Artikel erwähnten Wirkungen habe!
Auch mit dem Handel habe ich nichts zu tun.

Ich poste den Hinweis, weil ich immer wieder gefragt wurde, wo ich meinen Stab herhabe, wo es 'solche Stäbe' zu kaufen gibt. Sie werden tatsächlich selten angeboten. 
Einen ü 30cm Stab habe ich nie wieder gesehen. 

Das über den Stein gelaufene Wasser wird weich, schmeckt süss und bleibt ewig frisch, man kann damit Homöopathika herstellen und Stein-, Pflanzen-, Blütenwässer ohne weitere Konservierung, es bei Entkalkungsfaulheit in den Wassertank der Espressomaschine füllen, stundenlang in der Hitze spazieren tragen usw.

Dienstag, 14. November 2017

Die Doku 'Appalachian Journey' und geologische Heimatgedanken


Alan Lomax ist quasi der Kiem Pauli der amerikanischen Folksmusik, und seine Doku über die Kultur der Hillbillies (von 1991) ist logischerweise voller Musik und Banjo content.

Nachtrag 7.12: Auf banjohangout.org ist derzeit ein interessanter Thread zum Thema Appalachian Stereotypes aktiv, mit lesenswerten Links.
Von innen heraus betrachtet, mit vielen Erfahrungsberichten.

Die schrägen Geschichten, die Sachenschnitzer und Schwarzbrenner könnten aber genausogut aus dem Bayrischen Wald, aus Tirol oder von anderen Hinterwäldern stammen, mir kamen sogar die Gesichter, der Typus, seltsam vertraut vor.

(Ab Min. 12:00: Eine Hui-Maschine! Die haben wir auch gebastelt.)

Ihre Tonleitern jedoch, die Gesänge, der Tanz, dieser einzigartige Musikstil irisch-schottisch-bretonischen Ursprungs – der hat die Hiesigen nie erwischt, keltische Siedlungsgeschichte und ein paar hängengebliebene? Holler und Yodel hin oder her. Dabei gibt es in Bayern und Österreich sowie im gesamten Alpenraum immer noch Sprach- und Lautgrenzen, die sich eigene Dialekte und Musikstile bewahrt haben und z.B. ein allgemeines Volksmusikstück pentatonisch interpretieren.

Der tief niederbayrische Zwiefache könnte ein Relikt der recht anspruchsvollen Rhythmik irischer Volksmusik sein, genauso die -raren- Tonartwechsel, habe ich mir mal gedacht. Der dreistimmige Harmoniegesang ist der alpenländischen und Bayr. Wald Volksmusik genauso eigen wie dem Bluegrass und seinen Vorgängern, den Gospels, Worksongs usw., aber nicht nur rhythmisch eine ganze Ecke schlichter geblieben.

Natürlich gabs in Europa weder einen schwarzen noch einen roten Geist, der mitklingen hätte können und sein Instrumentarium beisteuern.
Für die bayrisch-österreichische Volksmusik hat es jedoch noch nicht mal die Mandoline über die Alpen geschafft. Dafür bekam die jahrhundertealte Scherzither (= amerikanische Dulcimer) neuzeitliche Unterstützung durch das moderne Hackbrett, das in dieser Form vermutlich aus den nahen oder fernen Osten stammt und in der finnisch-ugrischen Musik durchweg seinen festen Platz hat, von den erwähnten keltischen Völkern jedoch nicht mit-ausgewandert wurde oder sich zumindest nicht volksmusikalisch etabliert hat in der neuen Heimat.

Da mir americana musikalisch näher ist als die bayrische Volksmusik, und sei sie noch so 'echt' (ein paar grossartige Andachtsjodler ausgenommen), freut es mich besonders, dass die Szene kräftig nachwächst, sich mittlerweile auch im Netz verzweigt und jede Menge frische Blüten treibt.

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie ich es finden soll, dass man in den letzten Jahren immer mehr davon auf Bayern 2 Radio zu hören kriegt, und zwar im regulären Programm. Mit Crooked Still und den Be Good Tanyas gings los vor ~10 Jahren.
Aus irgendeinem Grund nimmt es dieser Musik etwas, natürlich nur nach meinem Empfinden, zusammen mit der üblichen Plätschersosse gesendet zu werden.
Es ist, als würde man sie kolon(dickdarm)isieren in diesem Sender, der den bayrischen Heimatsound erfunden hat, literal. Ich denke hier speziell an deutsche und bayrische Dialektnummern, die nach Art eines Pop-Lehr- Institutes produziert werden. Bei allem Respekt vor der Leistung der Gesangstrainer –  Bayrisch, Deutsch und Soulstimme, das passt wie die Faust aufs Klo.

Wenn dagegen Steve'n'Seagulls aus Finnland sich eines Bluegrass-Instrumentariums bedienen, finde ich das absolut stimmig, und sehenswert sowieso. Die können gern jede Weltnummer covern und nehmen ihr absolut nichts damit, im Gegenteil. In ihrem Gebiet ist die präzise Up-Tempo Musik eh genauso daheim wie bei den Ungarn, in den Karparten und bei der ethnischen Verwandtschaft, die sich geographisch und sprachlich einen Ursprung teilen mit den Samen, Esten..., nämlich einen bestimmten Urgebirgsstock, der in der Karte weiter unten zu sehen ist.

Auch zur Geologie der Appalachen (uralte 300 Mio. Jahre, mit viel auf und ab...) finde ich es interessant, dass sich kulturell das keltische Gepräge in Europa auf den ursprünglich gemeinsamen Gebirgskernen halten hat können, die auch keltisches Stammland waren.
Die vergleichsweise blutjungen Alpen spielen bei diesen Gebietsgrenzen überraschenderweise keine Rolle, obwohl auch sie natürlich viel älter sind als alles, was an Menschheit wuselt, kreucht und völkerwandert.

(Sofern es sich im Dunkel der Geschichte überhaupt definieren lässt, wer die Kelten waren, und wann und wo sie als solche auftauchten. 
Ich habe dazu Bücher aus 30 Jahren mit verschiedenen Theorien, interessant ist, dass man modernerweise (hier: Birkhan "Kelten") mehr über die Sprach- und Lautgeschichte forscht als den Überlieferungen griechischer und römischer Geschichtsschreiber entlang.)

Wie tief geht Heimat? Sieht man sich den gemeinsamen Ursprung dieser Gebirge an, siehts wirklich so aus, als wären -um bei den Appalachians zu bleiben- die irischen, schottischen, cornischen... Auswanderer ihrem Urgrund hinterhergezogen und als hätte sich ihre Kultur (nur) dort gut gehalten und sei nicht weiter in Richtung Westküste diffundiert.

Aus Wiki zur gemeinsamen Erdgeschichte:

Das Variszikum in engerem Sinne erstreckt sich über große Teile Mitteleuropas und wurde hier zuerst erforscht. Die über Tage aufgeschlossenen variszischen Gesteine treten in zwei Strängen auf.

Der nördliche Strang führt von Westpolen und Böhmen bzw. dem nördlichen Österreich quer über Deutschland und das südliche Belgien über die Bretagne und Devon/Cornwall in Südengland bis nach Wales und Südirland, um sich dann über den Atlantik in den paläozoischen Gebirgen der kanadischen und amerikanischen Ostküste fortzusetzen.

Auf der Karte daneben sind alle Regionen des beschriebene Strangs dargestellt (nicht vom südlichen Strang differenziert).

Samstag, 4. November 2017

zur Königskerze

Wetterkerze heisst sie bei uns auch, angeblich, weil man es aus ihr ersehen kann – wenn mans denn kann.

Sepp Haslinger, einer von vielen Wetterpropheten, der die Königskerze liest, wird alljährlich im August von irgendeinem Heimat-Schmonz TV vorgeführt, um den kommenden Winter zu prognostizieren. Im Jahr drauf wird dann kübelweise Häme über ihm ausgegossen, wenn er irrte bei seinen Schneeprognosen, aber verschnupft ist er deswegen nie.
Haslinger liest nach eigener Aussage nur wildwachsende Pflanzen, und zwar die kleinblütige (Verbascum thapsus) und nicht die grosse Königskerze (Verbascum densiflorum), zwischen denen im Volksmund nicht mehr weiter unterschieden wird.

Letztere ist es, die ursprünglich in die Mitte des Kräuterbuschens kommt und dort die Sonne darstellt.



Und hier ist die Sommerernte dieser Königskerze als Rauchkraut zu sehen. Es haben sich am Rand meiner Feuerstelle freundlicherweise ein paar Pflanzen angesiedelt, die sich jedes Jahr vermehren. Die grossen, wolligen Blätter habe ich noch vor der Blüte aus der Rosette geerntet, von jeder Pflanze ein paar.

Man muss sie im luftigen Schatten trocknen, da sie in der Sonne leicht braun werden und dann nicht mehr gut sind.

Kurz vor Knusprigkeit werden sie gerollt und in feine Streifen geschnitten, die man nochmal gut trocknen lässt. Dann kommt alles in einen Stoffbeutel und fertig ist ein feiner Rauch, der sich gerebelt gut in den Tabak mischen und pur in einer Pfeife rauchen lässt.
(Ich benutze dafür eine kleine langstielige Metallpfeife, die so 3 bis 4 Züge hergibt, das reicht mir.)
Natürlich kann man die Königskerze auch gut räuchern.

Die Pflanze wurde eh als Fackel genutzt, wozu man den dürren Stiel in Pech tauchte. Das war die eigentliche Wetterkerze, in Häusern mit Blitzschutzanlagen, alpinaweissen Wänden und Rauchmeldern natürlich obsolet.

Es ging nicht um Beleuchtung, sondern um den Schutz vor Unheil und Blitzeinschlag. Die Pflanze gehörte neben der Hauswurz, dem Johanniskraut, der Mistel und dem Donnerbesen (büschelig wachsende Zweigwucherung, die man häufig auf Birken sieht) zu den Wetterkräutern, wobei Wetter synonym steht für Gewitter und Un-Wetter.
Die schwarzen Wachskerzen, die es an Marienwallfahrtsorten zu kaufen gibt, sind quasi die Nachfahren des pechgetränkten 'Himmelsbrands'. Sie sind geweiht, und man zündet sie nur bei schweren Gewittern an oder wenn sonstwie himmlischer Schutz erbeten wird.

Der Räucher-Post kommt für Nutznieser natürlich etwas spät, bzw. für nächstes Jahr zu früh.

Ich erwähne es, da mir der Königskerzen- Tabak einfällt, wenn es früh Nacht wird. Nicht für oder gegen irgendwas, einfach weil ich diese Pflanze in vivo schon gerne mag, und was ihr Rauch freisetzt, genauso. Er hat was Raumöffnendes, wie ein arpeggierter C-Dur Akkord weiter rechts am Klavier.

Bei homöopathischem Verbascum ist ein Hinweis, dass sie angezeigt ist, ein fast ununterbrochener, durch steten Kehlkopfkitzel provozierter, stark resonanter Husten, "wie eine Trompete" (Clarke).
"Salzwasser sammelt sich im Mund" ist ein Leitsymptom, auch bei den anderen Beschwerdebildern, bei denen Verbascum hilft.
Es hat in manchem Ähnlichkeit mit Natrium muriaticum, dem homöopathischen Kochsalz, das auch eher krank wird, als sich durch klare Worte und Aktionen Luft zu verschaffen.

Was ist hier also krank? Astrologisch gesprochen: der Merkur.

Er steht für die Vermittlung des eigenen Raumes, dessen Funktionen und Grenzen.
Der sonnennächste und schnellste Planet steht so selbstverständlich in ihren Diensten, dass man ihn gesunderweise nicht be☿merkt, wenn er im Horoskop bei Transiten, Auslösungen etc. aufgerufen ist.
Er wird nur dann laut, störend, hyperaktiv, auffällig, schmerzlich oder überhaupt spürbar, wenn im Mond das Empfinden nicht durchkommt und infolge dessen die Sonne als Leitstern schwächelt. Merkur kann dann sein Zentrum nicht vertreten oder wagt es nicht.

Ein gesunder Bewegungsablauf, ebensolche Kommunikation und Atmung vollzieht sich so unbewusst und situativ angemessen wie die Verdauung.
Im Husten, in der Bewegungseinschränkung, in der Geschwätzigkeit, in der gestörten Analyse und Assimilation schafft es Merkur nicht, mit dem Aufgenommenen (Eindrücken, Nahrung) oder seinem Umfeld entspannt umzugehen. Er ist quasi ein braver Angestellter, der ohne Weisung und Identifikation mit dem Chef reaktiv und richtungslos agiert wie ein Blatt im Wind.

Den Merkur 'stärken' geht also über die Sonne. Versucht man es symptomatisch, indem man also direkt auf die gestörte Funktion einwirkt, kommt es auf lange Sicht zu einem energetischen Minusgeschäft und zur Erschöpfung dieser Funktion.

Den eigenen Raum schützen?
Schutz als Bann oder Abwehr von Schädlichem, Bedrohlichem kostet Kraft und generiert auf Dauer genau das: einen Schaden. Worauf sich die Aufmerksamkeit richtet, das wächst bekanntlich.
Darüber wird Kairos gerne verpasst oder einfach nur die Aktualität. Dann wird Merkur 'spürbar', behindert und hinderlich, auch in geistiger Hinsicht. Es kommt zu falschen Einschätzungen und entsprechendem Denken und Räsonieren.
Das schwächt unbemerkt den Ausdruck der Sonne, also das Leben an sich und formt ein entsprechendes Umfeld.

Der gute Raum entsteht von selbst, als Folge eines herzhaft gelebten solaren Prinzips. Aktiv den eigenen Raum gestalten stellt Merkur organisch in den Dienst der Sonne.
Da gehts ihm gut, das hält seine Mittlerkräfte und Aufmerksamkeit in der Gegenwart, dem einzigen Ort, an dem er hingehört und seine Anlagen gesund entfalten kann.
Die eigen-sinnige Sonne ist wie ein Rad (= Merkur) in hoher Rotation, da kann nichts andocken oder sich länger im Raum halten, oder zum Zentrum vordringen, was nicht eine ähnliche Energiemenge bzw. -qualität hat.

Zu Tees und anderen arzneilichen Anwendung der Blüten, Samen und Wurzeln der var. thapsus gibts zuhauf Rezepte im Netz und in Kräuterbüchern.

Und da neulich die Appalachen auftauchten in der Isar – kurz drauf stiess ich auf diesen Artikel im schönen Blog einer universalen jungen Kräuterfrau, aus dem ich lernte, dass Mullein in den USA ein Neophyt ist, und das Wissen darüber ebenfalls ein zuagroastes.

Nachtrag zum Foto:
Das Kraut liegt auf einer flachen Schale aus einem Stück Isargestein (hier: Adneter Knollenkalk), wie man sie in Bad Tölz kaufen kann.

Mittwoch, 1. November 2017

Gebirge sind langsame Flüsse



und Steine Tropfen der gleichen Zeit.



Vielleicht sann Stoafinder deszweng 
– kaam jemois ghetzte Leit.

Die Geographie, die nicht schon in der Isar, oder an ihren Ufern, und seien es die allerkleinsten, aufgetaucht wäre – die gibts wahrscheinlich nicht.

Bei tief stehender Sonne sind die Berge am schönsten.







Die unruhigen Appalachen waren zu schnell fürs Bild


aber Wasserschlangen, hier eine mit Grinsen, gibts bekanntlich nur auf Fotos.

(Draufklick zeigt Vollbild)

Dienstag, 31. Oktober 2017

Doku zur Sendlinger Mordweihnacht 1705



In aller Ausführlichkeit – und, ungleich des modernen Fernsehformats, 'cool, calm, and collected', wie es ein Kommentator zusammenfasst.

Es wird klar, wie sich die Angst vor dem Untergang und die Schicksalsfäden der Regenten hinunterziehen in immer kleinere Strukturen und am Ende die Männer umbringt, die ihr Volk daraus befreien wollen.



Marsch auf München, 24.12.1705, 12.00 Uhr
(Zeitangabe Wiki "gegen Mittag")

Mein Impuls: Hätte es nur Kommunikationstechnologie gegeben... oder einen Astrologen, der sich den Termin angesehen hätte und von Anfang an hätte raten können: Bleibts wos seids.