Dienstag, 14. November 2017

Die Doku 'Appalachian Journey' und geologische Heimatgedanken


Alan Lomax ist quasi der Kiem Pauli der amerikanischen Folksmusik, und seine Doku über die Kultur der Hillbillies (von 1991) ist logischerweise voller Musik und Banjo content.

Nachtrag 7.12: Auf banjohangout.org ist derzeit ein interessanter Thread zum Thema Appalachian Stereotypes aktiv, mit lesenswerten Links.
Von innen heraus betrachtet, mit vielen Erfahrungsberichten.

Die schrägen Geschichten, die Sachenschnitzer und Schwarzbrenner könnten aber genausogut aus dem Bayrischen Wald, aus Tirol oder von anderen Hinterwäldern stammen, mir kamen sogar die Gesichter, der Typus, seltsam vertraut vor.

(Ab Min. 12:00: Eine Hui-Maschine! Die haben wir auch gebastelt.)

Ihre Tonleitern jedoch, die Gesänge, der Tanz, dieser einzigartige Musikstil irisch-schottisch-bretonischen Ursprungs – der hat die Hiesigen nie erwischt, keltische Siedlungsgeschichte und ein paar hängengebliebene? Holler und Yodel hin oder her. Dabei gibt es in Bayern und Österreich sowie im gesamten Alpenraum immer noch Sprach- und Lautgrenzen, die sich eigene Dialekte und Musikstile bewahrt haben und z.B. ein allgemeines Volksmusikstück pentatonisch interpretieren.

Der tief niederbayrische Zwiefache könnte ein Relikt der recht anspruchsvollen Rhythmik irischer Volksmusik sein, genauso die -raren- Tonartwechsel, habe ich mir mal gedacht. Der dreistimmige Harmoniegesang ist der alpenländischen und Bayr. Wald Volksmusik genauso eigen wie dem Bluegrass und seinen Vorgängern, den Gospels, Worksongs usw., aber nicht nur rhythmisch eine ganze Ecke schlichter geblieben.

Natürlich gabs in Europa weder einen schwarzen noch einen roten Geist, der mitklingen hätte können und sein Instrumentarium beisteuern.
Für die bayrisch-österreichische Volksmusik hat es jedoch noch nicht mal die Mandoline über die Alpen geschafft. Dafür bekam die jahrhundertealte Scherzither (= amerikanische Dulcimer) neuzeitliche Unterstützung durch das moderne Hackbrett, das in dieser Form vermutlich aus den nahen oder fernen Osten stammt und in der finnisch-ugrischen Musik durchweg seinen festen Platz hat, von den erwähnten keltischen Völkern jedoch nicht mit-ausgewandert wurde oder sich zumindest nicht volksmusikalisch etabliert hat in der neuen Heimat.

Da mir americana musikalisch näher ist als die bayrische Volksmusik, und sei sie noch so 'echt' (ein paar grossartige Andachtsjodler ausgenommen), freut es mich besonders, dass die Szene kräftig nachwächst, sich mittlerweile auch im Netz verzweigt und jede Menge frische Blüten treibt.

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie ich es finden soll, dass man in den letzten Jahren immer mehr davon auf Bayern 2 Radio zu hören kriegt, und zwar im regulären Programm. Mit Crooked Still und den Be Good Tanyas gings los vor ~10 Jahren.
Aus irgendeinem Grund nimmt es dieser Musik etwas, natürlich nur nach meinem Empfinden, zusammen mit der üblichen Plätschersosse gesendet zu werden.
Es ist, als würde man sie kolon(dickdarm)isieren in diesem Sender, der den bayrischen Heimatsound erfunden hat, literal. Ich denke hier speziell an deutsche und bayrische Dialektnummern, die nach Art eines Pop-Lehr- Institutes produziert werden. Bei allem Respekt vor der Leistung der Gesangstrainer –  Bayrisch, Deutsch und Soulstimme, das passt wie die Faust aufs Klo.

Wenn dagegen Steve'n'Seagulls aus Finnland sich eines Bluegrass-Instrumentariums bedienen, finde ich das absolut stimmig, und sehenswert sowieso. Die können gern jede Weltnummer covern und nehmen ihr absolut nichts damit, im Gegenteil. In ihrem Gebiet ist die präzise Up-Tempo Musik eh genauso daheim wie bei den Ungarn, in den Karparten und bei der ethnischen Verwandtschaft, die sich geographisch und sprachlich einen Ursprung teilen mit den Samen, Esten..., nämlich einen bestimmten Urgebirgsstock, der in der Karte weiter unten zu sehen ist.

Auch zur Geologie der Appalachen (uralte 300 Mio. Jahre, mit viel auf und ab...) finde ich es interessant, dass sich kulturell das keltische Gepräge in Europa auf den ursprünglich gemeinsamen Gebirgskernen halten hat können, die auch keltisches Stammland waren.
Die vergleichsweise blutjungen Alpen spielen bei diesen Gebietsgrenzen überraschenderweise keine Rolle, obwohl auch sie natürlich viel älter sind als alles, was an Menschheit wuselt, kreucht und völkerwandert.

(Sofern es sich im Dunkel der Geschichte überhaupt definieren lässt, wer die Kelten waren, und wann und wo sie als solche auftauchten. 
Ich habe dazu Bücher aus 30 Jahren mit verschiedenen Theorien, interessant ist, dass man modernerweise (hier: Birkhan "Kelten") mehr über die Sprach- und Lautgeschichte forscht als den Überlieferungen griechischer und römischer Geschichtsschreiber entlang.)

Wie tief geht Heimat? Sieht man sich den gemeinsamen Ursprung dieser Gebirge an, siehts wirklich so aus, als wären -um bei den Appalachians zu bleiben- die irischen, schottischen, cornischen... Auswanderer ihrem Urgrund hinterhergezogen und als hätte sich ihre Kultur (nur) dort gut gehalten und sei nicht weiter in Richtung Westküste diffundiert.

Aus Wiki zur gemeinsamen Erdgeschichte:

Das Variszikum in engerem Sinne erstreckt sich über große Teile Mitteleuropas und wurde hier zuerst erforscht. Die über Tage aufgeschlossenen variszischen Gesteine treten in zwei Strängen auf.

Der nördliche Strang führt von Westpolen und Böhmen bzw. dem nördlichen Österreich quer über Deutschland und das südliche Belgien über die Bretagne und Devon/Cornwall in Südengland bis nach Wales und Südirland, um sich dann über den Atlantik in den paläozoischen Gebirgen der kanadischen und amerikanischen Ostküste fortzusetzen.

Auf der Karte daneben sind alle Regionen des beschriebene Strangs dargestellt (nicht vom südlichen Strang differenziert).

Samstag, 4. November 2017

zur Königskerze

Wetterkerze heisst sie bei uns auch, angeblich, weil man es aus ihr ersehen kann – wenn mans denn kann.

Sepp Haslinger, einer von vielen Wetterpropheten, der die Königskerze liest, wird alljährlich im August von irgendeinem Heimat-Schmonz TV vorgeführt, um den kommenden Winter zu prognostizieren. Im Jahr drauf wird dann kübelweise Häme über ihm ausgegossen, wenn er irrte bei seinen Schneeprognosen, aber verschnupft ist er deswegen nie.
Haslinger liest nach eigener Aussage nur wildwachsende Pflanzen, und zwar die kleinblütige (Verbascum thapsus) und nicht die grosse Königskerze (Verbascum densiflorum), zwischen denen im Volksmund nicht mehr weiter unterschieden wird.

Letztere ist es, die ursprünglich in die Mitte des Kräuterbuschens kommt und dort die Sonne darstellt.



Und hier ist die Sommerernte dieser Königskerze als Rauchkraut zu sehen. Es haben sich am Rand meiner Feuerstelle freundlicherweise ein paar Pflanzen angesiedelt, die sich jedes Jahr vermehren. Die grossen, wolligen Blätter habe ich noch vor der Blüte aus der Rosette geerntet, von jeder Pflanze ein paar.

Man muss sie im luftigen Schatten trocknen, da sie in der Sonne leicht braun werden und dann nicht mehr gut sind.

Kurz vor Knusprigkeit werden sie gerollt und in feine Streifen geschnitten, die man nochmal gut trocknen lässt. Dann kommt alles in einen Stoffbeutel und fertig ist ein feiner Rauch, der sich gerebelt gut in den Tabak mischen und pur in einer Pfeife rauchen lässt.
(Ich benutze dafür eine kleine langstielige Metallpfeife, die so 3 bis 4 Züge hergibt, das reicht mir.)
Natürlich kann man die Königskerze auch gut räuchern.

Die Pflanze wurde eh als Fackel genutzt, wozu man den dürren Stiel in Pech tauchte. Das war die eigentliche Wetterkerze, in Häusern mit Blitzschutzanlagen, alpinaweissen Wänden und Rauchmeldern natürlich obsolet.

Es ging nicht um Beleuchtung, sondern um den Schutz vor Unheil und Blitzeinschlag. Die Pflanze gehörte neben der Hauswurz, dem Johanniskraut, der Mistel und dem Donnerbesen (büschelig wachsende Zweigwucherung, die man häufig auf Birken sieht) zu den Wetterkräutern, wobei Wetter synonym steht für Gewitter und Un-Wetter.
Die schwarzen Wachskerzen, die es an Marienwallfahrtsorten zu kaufen gibt, sind quasi die Nachfahren des pechgetränkten 'Himmelsbrands'. Sie sind geweiht, und man zündet sie nur bei schweren Gewittern an oder wenn sonstwie himmlischer Schutz erbeten wird.

Der Räucher-Post kommt für Nutznieser natürlich etwas spät, bzw. für nächstes Jahr zu früh.

Ich erwähne es, da mir der Königskerzen- Tabak einfällt, wenn es früh Nacht wird. Nicht für oder gegen irgendwas, einfach weil ich diese Pflanze in vivo schon gerne mag, und was ihr Rauch freisetzt, genauso. Er hat was Raumöffnendes, wie ein arpeggierter C-Dur Akkord weiter rechts am Klavier.

Bei homöopathischem Verbascum ist ein Hinweis, dass sie angezeigt ist, ein fast ununterbrochener, durch steten Kehlkopfkitzel provozierter, stark resonanter Husten, "wie eine Trompete" (Clarke).
"Salzwasser sammelt sich im Mund" ist ein Leitsymptom, auch bei den anderen Beschwerdebildern, bei denen Verbascum hilft.
Es hat in manchem Ähnlichkeit mit Natrium muriaticum, dem homöopathischen Kochsalz, das auch eher krank wird, als sich durch klare Worte und Aktionen Luft zu verschaffen.

Was ist hier also krank? Astrologisch gesprochen: der Merkur.

Er steht für die Vermittlung des eigenen Raumes, dessen Funktionen und Grenzen.
Der sonnennächste und schnellste Planet steht so selbstverständlich in ihren Diensten, dass man ihn gesunderweise nicht be☿merkt, wenn er im Horoskop bei Transiten, Auslösungen etc. aufgerufen ist.
Er wird nur dann laut, störend, hyperaktiv, auffällig, schmerzlich oder überhaupt spürbar, wenn im Mond das Empfinden nicht durchkommt und infolge dessen die Sonne als Leitstern schwächelt. Merkur kann dann sein Zentrum nicht vertreten oder wagt es nicht.

Ein gesunder Bewegungsablauf, ebensolche Kommunikation und Atmung vollzieht sich so unbewusst und situativ angemessen wie die Verdauung.
Im Husten, in der Bewegungseinschränkung, in der Geschwätzigkeit, in der gestörten Analyse und Assimilation schafft es Merkur nicht, mit dem Aufgenommenen (Eindrücken, Nahrung) oder seinem Umfeld entspannt umzugehen. Er ist quasi ein braver Angestellter, der ohne Weisung und Identifikation mit dem Chef reaktiv und richtungslos agiert wie ein Blatt im Wind.

Den Merkur 'stärken' geht also über die Sonne. Versucht man es symptomatisch, indem man also direkt auf die gestörte Funktion einwirkt, kommt es auf lange Sicht zu einem energetischen Minusgeschäft und zur Erschöpfung dieser Funktion.

Den eigenen Raum schützen?
Schutz als Bann oder Abwehr von Schädlichem, Bedrohlichem kostet Kraft und generiert auf Dauer genau das: einen Schaden. Worauf sich die Aufmerksamkeit richtet, das wächst bekanntlich.
Darüber wird Kairos gerne verpasst oder einfach nur die Aktualität. Dann wird Merkur 'spürbar', behindert und hinderlich, auch in geistiger Hinsicht. Es kommt zu falschen Einschätzungen und entsprechendem Denken und Räsonieren.
Das schwächt unbemerkt den Ausdruck der Sonne, also das Leben an sich und formt ein entsprechendes Umfeld.

Der gute Raum entsteht von selbst, als Folge eines herzhaft gelebten solaren Prinzips. Aktiv den eigenen Raum gestalten stellt Merkur organisch in den Dienst der Sonne.
Da gehts ihm gut, das hält seine Mittlerkräfte und Aufmerksamkeit in der Gegenwart, dem einzigen Ort, an dem er hingehört und seine Anlagen gesund entfalten kann.
Die eigen-sinnige Sonne ist wie ein Rad (= Merkur) in hoher Rotation, da kann nichts andocken oder sich länger im Raum halten, oder zum Zentrum vordringen, was nicht eine ähnliche Energiemenge bzw. -qualität hat.

Zu Tees und anderen arzneilichen Anwendung der Blüten, Samen und Wurzeln der var. thapsus gibts zuhauf Rezepte im Netz und in Kräuterbüchern.

Und da neulich die Appalachen auftauchten in der Isar – kurz drauf stiess ich auf diesen Artikel im schönen Blog einer universalen jungen Kräuterfrau, aus dem ich lernte, dass Mullein in den USA ein Neophyt ist, und das Wissen darüber ebenfalls ein zuagroastes.

Nachtrag zum Foto:
Das Kraut liegt auf einer flachen Schale aus einem Stück Isargestein (hier: Adneter Knollenkalk), wie man sie in Bad Tölz kaufen kann.

Mittwoch, 1. November 2017

Gebirge sind langsame Flüsse



und Steine Tropfen der gleichen Zeit.



Vielleicht sann Stoafinder deszweng 
– kaam jemois ghetzte Leit.

Die Geographie, die nicht schon in der Isar, oder an ihren Ufern, und seien es die allerkleinsten, aufgetaucht wäre – die gibts wahrscheinlich nicht.

Bei tief stehender Sonne sind die Berge am schönsten.







Die unruhigen Appalachen waren zu schnell fürs Bild


aber Wasserschlangen, hier eine mit Grinsen, gibts bekanntlich nur auf Fotos.

(Draufklick zeigt Vollbild)

Dienstag, 31. Oktober 2017

Doku zur Sendlinger Mordweihnacht 1705



In aller Ausführlichkeit – und, ungleich des modernen Fernsehformats, 'cool, calm, and collected', wie es ein Kommentator zusammenfasst.

Es wird klar, wie sich die Angst vor dem Untergang und die Schicksalsfäden der Regenten hinunterziehen in immer kleinere Strukturen und am Ende die Männer umbringt, die ihr Volk daraus befreien wollen.



Marsch auf München, 24.12.1705, 12.00 Uhr
(Zeitangabe Wiki "gegen Mittag")

Mein Impuls: Hätte es nur Kommunikationstechnologie gegeben... oder einen Astrologen, der sich den Termin angesehen hätte und von Anfang an hätte raten können: Bleibts wos seids.

Montag, 30. Oktober 2017

Federn reinigen


Da hierzu nichts sinnvolles im Netz zu finden ist, stelle ich meine Methoden ein.

Es geht natürlich nicht um Bettfedern, sondern um einzelne Exemplare, Fächer, Zier- und Räucherfedern, und um Fundstücke, die schon ein Zeitchen im Wasser oder unter freiem Himmel verbracht haben.

Vorsichtige bringen Federn von draussen nicht mit den häuslichen zusammen, oder erst, nachdem sie sie ein paar Tage in vakumierten Tüten oder der Gefriertruhe gelagert haben zwengs Milbentötung.

Ich  brauche längst keinen Gefrierer mehr, nicht mal einen Kühlschrank und kenne trotzdem keinen Milbenfrass. Auch nicht an gewilderten(*) Federn, weil ich die Exemplare, die ich nicht im Betrieb habe, luftig zwischen Beifuss oder Salbeizweigen lagere, in meinem Schlafzimmer, wo eh Tag und Nacht das Fenster offensteht.
   
Gefundene Federn, die schon sichtbar von Schnecken bekreucht wurden oder mit Mist o.ä. beschmutzt sind, brauchen zur Reinigung am meisten Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Man hält sie über einen Topf mit kochendem Wasser, dem man ein paar Tropfen ätherischen Öls zufügt, und streicht die Feder an der verschmutzten Stelle vom Kiel nach aussen mit den Fingerspitzen aus, in vielen Wiederholungen – und so zart, dass die einzelnen Fibern, die mit winzigen Häkchen ineinander verklettet sind, sich dabei nicht trennen. Zwischendrin wischt man sich die Finger, also den Dreckfilm, ab. 
Grade bei Schneckenschleim auf dunklen Federn kann es ziemlich lange dauern, bis der Fleck weg ist, es funktioniert aber immer und die Feder bekommt ihren vollen Glanz zurück.

Ursprünglich saubere Federn, die im Laufe der Zeit von Staub, Rauch und Fliegenschiss verschmutzt wurden, sind einfacher zu reinigen: 
Man gibt dazu 1 Tr. Spüli auf ca. 0.5 l Wasser, fügt einen ordentlichen Schuss Spiritus dazu (in etwa wie zur Fensterreinigung) und 8 bis 10 Tr. Teebaumöl. Das ganze wird in einer Sprühflasche verschüttelt. Dann nimmt man Zeitungen, eine Folie, Wachstuch etc. als Unterlage, darauf kommt eine doppelte Lage Zewa, die mit der Mixtur durchweicht wird. Dann kommen die Federn mit einem gutem Abstand voneinander darauf, und weitere Doppellage Zewa, die ebenfalls tropfnass durchweicht wird und dann vorsichtig an die Federn angedrückt. 
Bei einem Fächer fädelt man zwischen jede Feder einen trockenen Streifen Zewa (Geduld!), legt eine weitere Doppellage obendrauf und durchnässt das Ganze. 

Dann lässt man alles mindestens eine Viertelstunde lang einweichen, dabei wird eventuell nachgesprüht und nachgedrückt, es muss alles waschelnass bleiben. 
Nach der Einweichzeit werden die Federn vorsichtig, durch die Zewalagen hindurch, vom Kiel zu den Rändern hin ausgedrückt und -gestrichen mit den Fingerspitzen. Durch das Zewapolster hindurch ist es viel leichter, die Verklettung nicht zu trennen als ‚nackt‘ überm Wasserbad.

Federn und Fächer, die viel harzigen Rauch genossen haben (manche Räucherharze haften zäh) müssen eventuell nochmal in ein frisches Zewabad, und zwar solange, bis kein schmutziger Rand mehr entsteht beim Ausstreichen. 

Nach der Wäsche deckt man die Federn ab, nimmt sie heraus und lässt sie im Wind oder bei Zugluft gründlich trocknen. Eventuelle Unregelmässigkeiten werden erst nach dem Trocknen gerichtet, wenn die Fibern wieder Spannung haben.
Die Federn glänzen dann wieder und die ursprünglichen Farbschattierungen und Transparenzen sind zurück.


Viele Jahrzehnte alte, im Lakota Sonnentanz arg strapazierte Adlerfläume an einer Knochenflöte (museal) wiesen Milbenfrass auf und waren nur noch bräunliche Würstchen.
Hier der Zustand nach der Reinigung.

Nur mit den Flaumfedern geht man zum Trocknen an eine warme Luftquelle, also über die Heizung oder den Ofen, und ‚kämmt‘ sie dort ganz zart und mit flachen Fingerspitzen vom Kiel weg aus, bis sie sich entwirrt haben (Geduld...), das entfernt nebenbei verklumpten Staub und abgebrochene Fläumchen. Wenn der Flaum ohne fühlbare Knötchen durch die Finger gleitet, ist er sauber und kurz drauf wieder daunig und weiss. 
Bei Flaumfedern muss man schon bei der Wäsche zwischen den Zewalagen sehr vorsichtig sein, dass man die feinen Kiele nicht knickt (eventuell einen Rundpinsel zu Hilfe nehmen), und bei grossen gebogenen Federn natürlich auch. Notfalls muss man sie hängend säubern, dazu wiederholt mit Zewa umhüllen, dieses tränken und dabei vorsichtig ausdrücken.

(*) laut Gesetz darf man eine gefundene Feder nicht mitnehmen. Sie ist Eigentum des zuständigen Jägers, des Grund- oder Vogelbesitzers.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Brauneck, sonnenbefiedert


Die sinkende Sonne

wirft pfeilgrade Schatten
vom westlichen Himmel
auf Hänge und Wald.

Blau steht der Fels

im leuchtenden Flügel
die Fichten am Lichtsaum
mit Federn aus Dunst.