Freitag, 20. Oktober 2017

Vaxxed



Die bekannteste Dokumentation zur Impfkritik.
(Der Link führt auf eine Webseite, die den Film nach ein paar Augenblicken autostartet.)

Samstag, 14. Oktober 2017

Raum- und und Zeitteile


Ich erinnere noch die kleinen Plaketten, die man an Ausflügler- Kiosken erstehen konnte, um sie sich an den Spazierstock zu nageln.
Sie wurden irgendwann durch Aufkleber ersetzt und sind dann gemeinsam mit den hölzernen Stecken verschwunden. Als Kind faszinierten mich diese Geräte. Manche waren von oben bis unten vollgespickt mit buntem Blech und blitzten in der Sonne wie Häuptlingszepter, auf Nachfrage kamen die Infos und Geschichten dazu.

Heute kann ich mir diese Faszination erklären. Es war eben nicht nur die Optik, der Zauber lag in den vielen gemeinsamen Wegen und Zeiten, die den Stock und seinen Führer verbanden. Die 70er- Jahre Erwachsenen hielten diese Teile für geschmacksverirrten Kitsch, den man den alten Männern halt milde zugestand.

Wahrscheinlich waren es die sammelwütigen Stiere, die den Brauch aufgebracht haben, Erlebnisse und Ortsandenken stofflich zu konservieren. Männer, die ein Andenken, einen besonderen Fund oder Schuss immer bei sich tragen wollten, ohne sich eine Kette um den Hals zu legen (- eine Abneigung, die viele Männer immer noch hegen, und die ich gut nachvollziehen kann) Sie waren es wohl auch, die irgendwann das erste Charivari- Stück in Auftrag gaben, mit dem man richtig angeben, Status und Erfolge demonstrieren konnte, und belebten damit einen atavistischen Jäger- und Sammlerbrauch von neuem.
Denn was bringt dem glücklichen Erben ein Talisman vom Urgrossvater, der abgegriffene Maria- Theresientaler, die Adlerkralle, die nur daheim rumliegen und ihre wilden Geschichten nicht ausbreiten können?

Ich habe diese Finde- und Sammel- Anlage auch, nur billiger und weniger demonstrativ. In meinem Rucksack landen öfter mal Steine, Plastikviecher, Vogelknochen, Samenstände, Ringerl, Federn, Hülsen, Bolzen (gefundenes Eisen bringt Glück), nur selten sind es wertvolle Funde, und wenn, dann waren es überzufällig oft alte Steinperlen, die an Ort und Stelle noch auf die Schnur um den Hals kamen.
Ein besonderer Ort rückt eigentlich immer was raus, und ein besonderes Gefühl oder Gedanke verbindet sich gerne mit einem entsprechendem Zufallsfund.

Daheim sortiere ich aus, was mir davon noch gefällt, reinige, bemale oder vergolde es manchmal, verarbeite es weiter oder verbaue es in irgendwelche Raumgebilde. Besonderes, Kleines, Hübsches (in meinen Augen natürlich) kommt an Klamotten, an Ketten, Stäbe, Gürtel, ins Mopedbündel oder ans Radl, vor allem Federn oder  Pflanzenteile von bestimmten Orten.

Obwohl ich das meiste davon früher oder später wieder auflöse oder umbaue, weiss ich von fast jedem Trumm, wann und wo ich es aufgeklaubt habe oder geschenkt bekam, und vor allem, was in dieser Zeit los war. Etliches davon ist schon über 30 Jahre alt oder stammt aus noch meiner Kindheit, Steine vor allem.

Dabei weiss ich nicht genau, warum mir danach ist, immer wieder mal den ausgebleichten 1985er Plastikohrring zu tragen, den ich bei einem Werner- Lämmerhirt- Konzert unterm Waschbecken des Damenklos gefunden habe und den ich im Leben nicht wegschmeissen würde, genausowenig wie das Stückchen alte Kreditkarte mit Autogramm, das mir ein Banjospieler mal ausgeschnitten und geschenkt hat als Abstandsplättchen für ein Spiel am Halsansatz.
Ich trage es dauerhaft im Geldbeutel herum, wie auch einen winzigen selbstgemachten Fehu-Stein, eine Dollarnote und zwei alte Münzen aus Indien und Irland, alles Geschenke 'for good luck'.
Ein schönes rot-golden schillerndes tibetisches Amulett, das extra diesem Zweck dienen soll, und das mir neulich ein Wandermönch aufgedrängt hat, flog wieder raus.

Neulich dachte ich mir: Das ist der eigentliche Zauber an den Gebilden und Fundstücken: Die Unzugänglichkeit ihres Wertes und Begriffs für andere, die alles für Dekoration und soziales Charivari halten.
'Ganz wos bsonders' habe ich auch schon gehört, und es sollte spöttisch klingen, traf aber absolut den Kern der Sache.

Das Wort De-Koration, das etymologisch von lat. decus, die Zierde, stammt, kann genausogut mit Ent- Herzung übersetzt werden, was es im Grunde besser beschreibt: Eine Entkernung, die Hüllen erzeugt, kernloses Zeugs, An-Schein von Gewesenem, dem ausgetriebenem Wesen.
Das reicht für Bühnen und für Publikum, das an Kosmetik und Künstlichkeit schon so gewohnt ist, dass es Verblendungen quasi erwartet. Ein Kind begreift das kaum, und auch entsprechend magisch- autistisch Begabte, die gerne in Objekten lesen, irritiert Deko und Staffage erheblich.

Wenn ich an die schleifenverzierten, glanzpapierumwickelten Pakete denke, die zur Adventszeit im Lichthof beim Oberpollinger von der Decke hingen – als Kind hielt ich sie natürlich für gefüllt, für echte Geschenke. Und ich fragte mich, was da wohl drin ist und wer die kriegt. Die Verkäuferinnen? Der Kaufhauschef? Oder kommt der Inhalt zurück in die Regale? Den Antworten traute ich nicht. Leere Geschenke so schön einpacken, das macht doch niemand.

Und dann gab und gibts diesen riesigen Tuff- Sarkopharg hinter der Tölzer Franzikanerkirche, der die Aufschrift trägt: 'Unseren Gefallenen'. Natürlich ist es ein Denkmal.
Ich ging als Kind dort immer leicht angegruselt vorbei und wäre im Leben nicht draufgekommen, dass es kein echter Sarg ist. Ich fragte mich, ob er dicht war (Tuffstein sieht sehr löcherig aus), und ob er früher noch übler gerochen hat. Er steht schattig, zudem nach Norden und dünstete ein entsprechend moosgruftiges Aroma aus.
Eigenartig fand ich es, dass man den Tölzer Gefallenen, der Sarggrösse nach war es leicht ein Dutzend, keine eigenen Gräber zugestanden hat wie auf den anderen Soldatenfriedhöfen. Das zuviele 'n' im ersten Wort konnte ich selbst halt noch nicht lesen.

So kanns gehen, wenn man es besser wissen könnte.
Dinge laden über ihre Gestalt ein, die eigenen Bilder in  ihnen zu verräumen, und ein Bewusstsein, das über Gelerntes, über Mustererkennungs- Software funktioniert, läuft brav in dieser Spur.
Mit einer Gestalt kann man spielen, ge-stalten eben, mit dem Inhalt nicht. Und so sind mir meine Fundsachen und krummen Artefakte lieber als anerkannte Kunstwerke und Bilder. Ich weiss inhaltlich, was bei mir rumsteht und -hängt, es ist quasi alles entäusserte geistige Verwandtschaft, entstanden und verändert über einen längeren Zeitraum hinweg. Ich nehme es zum Teil mit, wenn ich wegfahre, oder an besondere Orte, an denen manchmal was dazukommt. Eine Rassel zum Beispiel, die mal recht traurig als Mistel- Andenken angefangen hat mit ein paar Haaren von ihm, wird immer rassliger, lauter und besser, und das Mangfallufer spendiert ihr regelmässig neue Federn, wenn die alten wegbröseln.

Bei Erworbenem oder Geschenktem muss ich erst sehen, ob es für mich passt. Ein offizieller Wert, der Zeitgeschmack oder irgendwelche Meinungen darüber spielen dabei keine Rolle. Die Dinge zeigen ihre Eigenart, wenn ich sie eine Zeitlang besitze und gegebenenfalls umarbeite, ergänze oder in ihre Bestandteile zerlege und etwas Neues draus mache.

Den besonderen Charakter, der manchen Objekten innewohnt, spüre ich, auch wenn es nicht meiner ist. Nie würde ich so einen Gegenstand neugierig begaffen, befingern, bewerten.
Mit Orten geht es mir entsprechend. Auch manche Kinder und wilde Tiere erkennen das An-Wesen und respektieren es selbstverständlich, Pflanzen überziehen es mit Dornenranken.

Da ich weiss, dass dieser Sinn vielen anderen fehlt, genauer: sie ihn nicht haben, mache ich manche meiner Objekte (aka Plunder) weder unberufenen Fingern noch Blicken zugänglich.
Ich habe den Eindruck, das erhält ihren Zauber aufs feinste. 

Freitag, 13. Oktober 2017

Rrääääääähh


Vorgestern war ich östlich von München unterwegs und geriet heimwärts auf meinen üblichen Abwegen mit der Vespa in eine Mais- Schlucht. In dieser fand dann auch noch eine Abendsonnen- Finsternis statt, gebildet von der Front eines Zuges von Erntemaschinen. 

Ich weiss nun genau, wie es einer Ameise geht neben einem Kindertraktor – und dass die Fahrer ihre Monster dezimetergenau ums Eck zirkeln können. 
In dieses Eck, einem winzigen Zwickel zwischen zwei Äckern, hatten wir uns nämlich geflüchtet, nachdem der Wegrand völlig unter den Rädern des Zuges verschwunden war. 
Der Mähdrescher musste halt leider auf das Feld unmittelbar hinter uns. Die Achsen des Monsters bewegten sich in Zeitlupe einen Meter über und neben meinem Kopf vorbei, die Zugmaschine mit dem Hänger folgte, während wir in einem Schauer von Maishäcksel drauf warteten, dass der Lärm nachliess.

Meine Fresse. Ich freu mich, dass die Ernter- Kapitäne so gut fahren können, der Turbomais bald weg ist (mir kommts eh vor, als legte er jährlich einen Meter Höhe zu) und die Wegeverläufe wieder sichtbar werden.

Montag, 9. Oktober 2017


Gerhard Polt versorgt Abonnenten seiner Webseite in lockeren Abständen mit neuen Videos.
Das letzte Video ist wieder so ein kleines, geniales Werk.

Männer, die altersbedingt? durch den estrogenen Hopfen? Ehe? - wie auch immer - weiber* geworden sind.

Auwehzwick 2.0
Winifreds Keime

(+absichtliche Kleinschreibung, Adjektiv)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Alles gut. Zähne, Rechner und Vespa neu/ wieder fit.
 
Und der überraschend rührige ebay- Service (dickes Lob!) übernimmt das Geldeintreiben von einer chinesischen Firma, bei der ich mir in aller Eile Ersatzteile bestellt hatte mit den schwindenden Milliampère des Akkus.

Und dann ist endlich das Homöopathikum für den Zaunwinden- Befall gefunden – wie es aussieht. 

2,5 mal hat es getan, was es sollte (der letzte 'halbe' Erfolg deshalb, da erst kürzlich angefangen). Richtig bewähren muss sie sich nächstes Jahr, wenn die Winde zu Beginn der Vegetationsperiode loslegt. Da ich erst Mitte September mit der Unkrautbehandlung angefangen habe, werde ich das Ergebnis erstmal als vorläufig ansehen.

Das Mittel besteht aus Calystegia sepium C6 und Vivianit D200, sowie aktuell (wg. Herbst) Ferrum phos. D200. 
1 Tropfen der Lösung mit ca. 10 Globuli Fe. phos. in 10l Wasser verrührt mit einem Holzstecken und, solange sie grünt, täglich eine kleine Menge davon mit dem Giesswasser ausgebracht. Dazu das Wasser im Eimer einfach kurz frisch aufwirbeln. Die Lösung kann stehenbleiben, bis der Eimer leer ist.

Die Winde explodiert anfänglich im Längenwachstum (also nicht erschrecken, das ist die Wirkrichtung), erschöpft sich aber eben darin, laugt aus ohne zu fruchten und stirbt ab.

(Näheres dazu in der Rundmail, die sich aus o.g. Gründen verspätet – und im nächsten Jahr natürlich.)

Samstag, 19. August 2017

homöopathische Sonnensole bei Sonnenallergie


sofern sie sich über Bläschen und juckende, quaddelnde Hauterscheinungen bemerkbar macht. 

homöopathische Sonnensole ist leicht herzustellen und wirkt
im Akutfall: ein paar Tropfen auf die Zunge, in ~10 min. Abstand, nur solange bis Erleichterung eintritt
und prophylaktisch: vorm Urlaub 2- 3x tgl. ein paar Tropfen auf die Zunge geben.

Kein Kaffe und ätherische Öle eine halbe Stunde um die Einnahme herum wg. antidotischer Wirkung!

Zur Herstellung wird ein Glas mit mehr Steinsalz als Wasser befüllt und verschlossen tagelang ins Freie, an einen ganztägig sonnigen Platz gestellt und ab und zu bewegt.


Dabei bildet sich gesättigte Sole, die man abgiesst. 

Ein dunkles (neues, abgekochtes, sauberes) 10 oder 20 ml Tropffläschen wird zu ~2/3 damit befüllt (dazu Tropfeinsatz raus), wieder zugeschraubt und fest in die Faust genommen. Damit werden rhythmisch und mit ordentlichem Schwung 100 ununterbrochene Schläge auf die andere, aufgestellte Faust ausgeführt.

Danach den ganzen Inhalt auskippen, zu 2/3 mit frischem Wasser befüllen, das ebenfalls in einem Glas besonnt wurde (~5 min. sind hier ausreichend) und genauso verfahren.

Dieser Vorgang wird ab verschüttelter Urtinktur (Sole) 6x wiederholt. Zuletzt wird das verbliebene 1/3 Flaschenvolumen mit neutralem Alkohol (z.B. Weingeist, Grappa, Wodka) aufgegossen, der Tropfeinsatz reingedrückt, ein Etikett draufgepappt und fertig. 

Wer sehr genau arbeiten will (ich tus nicht), kann sich die Füllhöhe mittels eines Klebestreifens markieren oder mit einer Messpipette arbeiten.

Das Mittel sollte man vor jeder Einnahme 'aufwecken' = das Fläschchen ein paarmal kurz runterschütteln wie ein altes Fieberthermometer. 
Die Haltbarkeit ist bei dunkler Lagerung unbegrenzt.

Am Meer kann man sich zur Not auch mit sauberem Meerwasser behelfen, das man in einem Schälchen an die Sonne stellt, bis sich durch die Verdunstung ein Salzrand gebildet hat. Der wird im verbliebenen Wasser wieder aufgelöst, danach wird genauso verfahren wie mit der Steinsole.